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wie es so geschieht

In lol, lulando, olamo! on 24/05/2008 at 3:39

Deutsche mögen recht & ordnung. So nähern wir uns der wirklichkeit an und glauben dennoch, ein minimum an kontrolle darüber aufrechterhalten zu können. Nun ja. Wir erinnern uns an den Hauptmann von Köpenick, jenen erfinderischen ex-sträfling, der als Preußischer offizier diese Deutsche neigung sich zu nutze machte. Heute, mehr als einhundert jahre später wird sichtbar, daß uns solches immer noch wert und teuer ist. Es folgt eine wahre geschichte.

Ein gewisser junger Matthias Irgendwie war in einer leidenschaftlichen unterhaltung mit seinen eltern befaßt und fand sich so sehr unterschiedlicher meinung, daß er sich zu befriedung der situation die doch überraschende freiheit erlaubte, das leben seiner gesprächspartner gewaltsam zu beenden – gleichsam als ausgleich für ihre unverschämte frechheit. Allerdings erkannte er nach drei wochen intensiven nachdenkens und meditation über das geschehene das fehlerhafte seines handelns, die schändlichkeit seines charakters und gewissensbisse in seiner seele. Er beschloß, sich den behörden zu stellen, stapelte die olfaktorisch auffälligen leichen in der scheune des elterlichen hofes und machte sich voller reue auf den schweren weg zur nächsten polizeistation.

Dort angekommen trat er ein, stellte sich dem wachhabenden beamten vor, tat zweck und ziel seines hierseins kund, berichtete gar von dem ärgerlichen zwischenfall, der seine eltern nunmehr an der weiteren glücklichen verfolgung etwaiger lebenspläne hinderte, sprach sogar fast melodramatisch von „mord“, nur um alsbald zu erfahren, daß eben jene polizeistation, die er zum schauplatz seines geständnisses erkoren hatte, nicht zuständig war, nicht zuständig für diese art von verbrechen, und man gab ihm in der folge und in zu erwartender, vollständiger beachtung der gesetzeslage und ausführungsvorschrift, die fraglos ohne frage zu befolgen war, die korrekte und vollständige adresse der nächsten polizeiwache, die sich mit der verhaftung eines geständigen mörders wohl befassen mochte.

Sodann wurde er mit freundlichen grüßen verabschiedet.

Deutschland, Anno Domini MMVII

Manche sachen ändern sich einfach nicht.